Die große Blumen- und Pflanzzeit

ein buntes Blumenmeer auf unseren Wiesen – eine Freude für jeden Gartentag

Wir liegen bisher richtig gut im Zeitplan. Alle Kartoffeln sind gelegt und auch die Möhren und Rote Bete Sätze sind gesät. Die Eisheiligen liegen hinter uns und nun ist es soweit. Jetzt pflanzen wir Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis, Gurken, Kohl und Sellerie.

Die letzten Ausgaben waren nicht besonders üppig. Das liegt vor allem an der Saison. Mit den kalten Nächten der Eisheiligen, haben wir uns beim ernten zurückgehalten um so die Pflanzen vor Frostschäden zu schützen. Aber diese kalten Nächte scheinen auch etwas Gutes zu haben. Bisher sind nur sehr sehr wenige Kartoffelkäfer in unseren Kartoffelreihen aufgetaucht, die wir noch rechtzeitig durch Anhäufeln vor dem Frost geschützt, vielleicht hat sie ja tatsächlich der späte Frost erwischt. Außerdem sind die dicken Bohnen von schwarzen Blattläusen befallen. Im Sinne der ökologischen Schädlingsbekämpfung haben wir Florfliegenlarven ausgebracht. Danach haben wir erst einmal keine mehr gesehen, jedoch ist das nicht unbedingt verwunderlich, schließlich sind diese Insekten nachtaktiv.

Was uns auf dem Feld zurzeit etwas Sorge bereitet, ist die Stromsituation in Brandis. Strom brauchen wir nicht besonders viel, aber ohne ihn läuft die Pumpe nicht und Gemüseanbau ohne Bewässerung scheint, mit Rückblick auf die letzten Jahre, nicht möglich. Bisher haben wir Strom von dem Gartenhäuschen einer unserer Nachbarn beziehen könne. Wegen einer Baustelle soll das ab Juni nicht mehr möglich sein. Wir haben wieder angefangen andere Nachbarn um Mithilfe zu bitten, sind aber leider auf wenig Verständnis gestoßen. Unsere letzter verbliebener Weg zur Wasserversorgung ist daher ein Notstromaggregat zu verwenden und auf weitere Niederschläge zu hoffen. Das hält uns erst mal den Rücken frei, jedoch bedeutet das auch, dass eine Zeitschaltuhr an der Pumpe zur automatischen Bewässerung der Jungpflanzen nicht machbar ist. Wir holen also die Jungpflanzen Stück für Stück, so wie wir sie dann auch ziemlich direkt pflanzen können, mit der Liefertour nach Brandis.

Ihr seht also, wir können uns auf alles einstellen, jedoch wäre ein eigener Stromanschluss zur Unabhängigkeit von unseren Nachbarn die komfortabelste Lösung. Der Stromanschluss ist beantragt und ein Termin mit dem Stromnetzbetreiber um das Gelände zu besichtigen und die Einzelheiten zu besprechen steht fest. Die Finanzierung scheint nach euren bisherigen Rückmeldungen aber möglich.

Und auch neben der Feldarbeit sind wir aktiv. Leo hat ein Telefoninterview für den Ernährungsrat gegeben. Ihr könnt es hier finden: https://ernaehrungsrat-leipzig.org/landwirtschaft-und-corona/. Außerdem wurde ein kleiner Film in Brandis auf dem Feld gedreht. Es ist die Abschlussarbeit eines Auszubildenden vom MDR. Ob der Film ausgestrahlt wird ist noch nicht entschieden, wir können ihn aber auf jeden Fall für diesen Blog und sonstige Kanäle nutzen. Weiterhin werkelt die AG Öffentlichkeitsarbeit an einem Flyer. Neben dieser AG brauchen wir noch motivierte Menschen für die AG Dörrapparat und Einkochaktionen.

Das Filmteam von Julius beim Dreh seines Ausbildungsabschlussarbeit

Probleme mit Frost… Stromanschluss… Blattläuse… Hoffentlich habt ihr nun nicht den Eindruck, dass wir uns den ganzen Tag nur grämen und uns Sorgen machen. Natürlich nicht! Besonders erfreulich war der Regen in der letzten Zeit. Vor 2 Wochen hat es über eine Nacht und einen Tag in Brandis an die 16 mm Niederschlag gegeben. Und auch danach regnete es regelmäßig, sodass der Boden feucht ist und die Bodenbearbeitung verhältnismäßig leicht fällt. Der Rhabarber, die Kartoffeln, die Radieschen und auch alles andere wächst und gedeiht. Wenn ihr euch persönlich davon überzeugen wollt und etwas Zeit habt uns zu helfen, dann meldet euch gerne. Gemeinschaftsaktionen sind vorläufig noch abgesagt.

Liebste Grüße vom Gärtner*innen-Team

Landsberger Gemenge mit Inkarnatklee in voller Blüte – guter Pollenund Nektar für Wildbienen und Co.
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The revolution starts from the ground – oder was wir gerade in Corona-Zeiten so machen

unser Gärtner*innenteam für 2020 – Tom, Uwe, Leo, Martha, René, Marian und Alexandra (ist leider nicht mit auf dem Foto)

Auch in Corona-Zeiten sind wir Gärtner*innen fleißig am Boden bearbeiten, Zwiebeln stecken und Jungpflanzen anziehen. Auf dem Feld arbeiten wir auf Abstand, desinfizieren benutzte Geräte und verzichten auf gemeinsames Kochen und zu nahes Beisammensein. Außerdem sind wir in ständigem Austausch darüber, wie sichergestellt werden kann, dass im Fall der Fälle nicht das gesamte Gärtner*innen Team in Quarantäne muss. Wie ihr schon mitbekommen habt, läuft auch die Gemüseausgabe momentan viel unpersönlicher und mit mehr Abstand als sonst – wir freuen uns schon wieder auf mehr Austausch mit euch, wenn es wieder entspannter ist. Doch auch wenn so viele Teile der Welt gerade stillstehen: Die Natur macht sich da nichts draus und da geht es ganz normal weiter.

Dementsprechend ist in den vergangenen Wochen einiges passiert. In Brandis wurde weiterhin viel Zeit und Energie in die Bodenbearbeitung und die Vorbereitung der Beete gesteckt. Abgesehen von einem Rasenmäher zur Grünlandpflege findet das Ganze wie gehabt ohne den Einsatz von Maschinen und damit ohne die Verbrennung fossiler Energieträger statt. Neben der fortlaufenden Bodenbearbeitung wurde auch schon einiges gepflanzt und gesät. Nachdem Anfang März die ersten (dicken) Bohnen in den Boden kamen, wurde Spinat gesät, das erste Beet mit Möhrensamen bestückt, Zwiebeln und Knoblauch gesteckt, Mairüben, Kohlrabi und Blumenkohl gepflanzt, sowie Rettich, Radieschen, Haferwurz und der erste Satz Rote Beete ausgesät. Außerdem wurden und werden nach und nach vorgekeimte Kartoffeln gepflanzt. Nachdem in den letzten drei Jahren Versuche mit über zwanzig verschiedenen Kartoffelsorten an unserem Standort in Brandis stattfanden, haben sich inzwischen einige Sorten herauskristallisiert, die gut mit dem Boden und den Bedingungen vor Ort zurecht kommen, eine zufriedenstellende Ernte gewährleisten, gut lagerfähig sind, im besten Falle auch noch gut schmecken und/oder außergewöhnlich aussehen. Nichtsdestotrotz testen wir in diesem Jahr auch noch zwei neue Sorten, damit für alle Wünsche etwas dabei ist. Also für alle Kartoffelbegeisterten hier unsere Sorten für 2020: Almonda, Bellinda, Ditta, Purple Rain (neu), Rosa Tannenzapfen, Rote Emmalie, Sarpo Mira, Sarpo Una (neu), Salad Blue, Setanta, Solist und Violetta

Auch in Stünz wurden Beete vorbereitet, Radieschen ausgesät, Salate gepflanzt und die ersten Erbsen haben das Licht der Welt erblickt. Außerdem läuft hier weiterhin die Jungpflanzenanzucht und das Gewächshaus ist voll bis unter die Decke mit allerlei Pflänzchen, die sehnsüchtig auf Bodenkontakt warten. Leider fielen die Temperaturen in den vergangenen Wochen nachts immer mal wieder unter Null, weshalb es sich hier gerade ein wenig staut und geplante Pflanzungen und Aussaaten etwas nach hinten verschoben werden mussten. So voll das Gewächshaus, so leer sind langsam unsere Keller und Lagerstätten. Die letzten Kohlköpfe und Kohlrabi sind ausgegeben, der letzte Lauch und Grünkohl geerntet. Neues befindet sich im Wachstum, ist allerdings noch nicht groß genug, um guten Gewissens geerntet werden zu können. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass diese Woche, also am 22.04., keine Gemüseausgabe stattfinden wird. Ab nächster Woche soll dann wieder wie gewohnt wöchentlich Gemüse, Grünes und das letzte Lagergemüse verteilt werden. Bis dahin bekommt ihr in der Galerie unten schon einmal einen kleinen Einblick in den Zustand des neuen Gemüses dieser Saison.

Wir finden uns als neues Gärtner*innen-Team so langsam ein und haben alle das Gefühl, dass es eine schöne gemeinsame Saison mit euch wird! Wir neuen möchten uns hier auch nochmal kurz vorstellen:

Ich bin Leo, vor 5 Jahren nach Leipzig gezogen und ursprünglich aus Bremen. Ich habe Biologie an der Uni in Halle studiert und dieses Studium nun letztes Jahr beendet. Während meines Studiums habe ich bereits ein halbes Jahr auf einem Hof in Frankreich mitgearbeitet und viel gefallen an dem Gärtnern und dem Draußen-sein gefunden. Mir macht das Gärtnern Spaß und ich freue mich sehr auf die kommende Saison. Ich habe Lust auf Gemeinschaftsaktionen nach Corona-Zeiten, auf ein gemeinsames Fest und gemeinsames Essen und Ernten mit euch von den leckeren Dingen, die bald auf dem Feld wachsen werden.

Ich heiße René und bin seit März mit auf dem Feld. Die letzten zwei Jahre hab‘ ich auf dem Hofgut Kreuma nördlich von Leipzig gelebt und gearbeitet und werde nun planmäßig die beiden verbleibenden Jahre der freien Ausbildung zum (biodynamischen) Gärtner in Brandis und Stünz verbringen. Neben der zukunftsweisenden und wirklich spannenden Gartenarbeit die hier stattfindet und der Vielfalt, die es zu entdecken und erlernen gibt, freut es mich besonders, nun in solidarischen Strukturen zu arbeiten und zu wirtschaften. Außerdem freue ich mich natürlich darauf, euch alle kennenzulernen, auf Austausch und all die sozialen Dinge und Aktionen, die gerade nicht möglich sind.

Hey, ich bin Martha und nur für die freie Ausbildung in unserer schönen SoLawi nach Leipzig gezogen. Ursprünglich komme ich aus Beverungen, das ist eine kleine Stadt ganz im Süden von NRW. Nach meinem Schulabschluss habe ich ein Jahr in einem botanischen Garten gearbeitet und anschließend in Halle “Management natürlicher Ressourcen” studiert. Zuletzt war auch ich in Frankreich um in kleinen landwirtschaftlichen Projekten zu arbeiten, die Sprache zu lernen und zu reisen. Nun bin ich gespannt auf alles, was im Sinne der freien (Demeter-) Ausbildung auf mich zukommt. Ich liebe es den ganzen Tag an der frischen Luft zu arbeiten und am Abend dann erschöpft ins Bett zu fallen. Weil ich noch ganz neu in Leipzig bin, freue ich mich auf alle neuen Kontakte.

Wir werden unser Bestes geben, diesen schönen Blog wieder zu reaktivieren und öfter von uns hören zu lassen, damit ihr auch wisst, was wir den lieben langen Tag so auf dem Feld machen. Wenn ihr in diesen Homeoffice-Zeiten mal Lust habt rauszukommen und uns auf dem Feld zu unterstützen seid ihr herzlich willkommen, sagt nur vorher bei einem von uns bescheid damit wir das alles gut koordinieren können:)

Liebe Grüße

die Vegu‘s

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Früher Start, Engerlinge und viel Hitze – unsere Saison 2019

Das Gartenjahr 2019 begann sehr früh, schon Ende Februar waren die ersten Beete mit Muskelkraft und flinken Händen fertiggestellt.

Das Feldteam bestand seit Paulines erfolgreichen Ausbildungsende aus: Tom, Sarah, Uwe und Marian.

Mit Johanna kam nochmal Verstärkung um den Arbeitsspitzen zu begegnen. Dazu hatten wir regelmäßig UnterstützerInnen auf dem Feld und in den Gärten.

Die erste böse Überraschung gab es bereits im März als wir von Fontänen und großen Pfützen darauf aufmerksam gemacht wurden, dass die Bewässerung den Winter, trotz Entleerung nicht gut mitgemacht hatte. Mit Schellen konnten wir uns zunächst behelfen und so die Wasserversorgung der Beete und der damit verbundenen Ernte sicherstellen.

Sieht man auf die Erträge und beispielsweise die Lagerqualität des Gemüses kann man schon behaupten, wir haben auch das 2. Trockenjahr gut überstanden. (Vielleicht auch weil wir durch die Vorhersage eines Feld-Nachbarn nicht ganz unverbereitet waren;)

Als neue bzw. wiederentdeckte Kulturen haben wir für die Saison 2019: Stielmus, Frühbeet-Tomaten, Weißer Rettich „Laurin“, Yacon, Gemüsemalve, Rote Melde angebaut. Letztere vor allem um die Ausfälle bei Salaten wenigstens teilweise zu kompensieren.

Unsere Salate wurden ab Mai fast ausnahmslos von Engerlingen und Eulenraupen verputzt, Radicchio und Endivien konnten nur durch nochmalige ausbuddeln und absammeln der Tierchen gerettet werden.

Apropos Tiere – der Idee eines geschlossenen Kreislaufs und Landschaftsgestaltung folgend, hatten wir bereits im Frühling des Jahres mit dem Schäfer André Wolf Kontakt aufgenommen und mit ihm für den Herbst einen Testlauf mit einer 30köpfigen Schafbockherde geplant.

Dieser Testlauf hat uns viele Erkenntnisse zu Schafen, Arbeitsintensität und Kooperationsansätze gebracht, die Rehe auf Abstand gehalten, Maschineneinsatz zur Wiesenpflege reduziert.

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Vom ersten Beet zur Nachkultur – unsere 2. Saison in Brandis

trotz kaltem Start grünten zum Saisonstart im April im Gewächshaus schon die Lauchzwiebeln und die Petersilie

Der  Wintereinbruch Mitte März verzögerte unseren geplanten Beginn der Feldarbeit und erforderte, bei 3 Grad Celsius, die Evakuierung von Jungpflanzen aus dem Gewächshaus.

Zudem mussten wir feststellen, dass Winterzuckererbsen, Winterbohnen und einige Gründüngungen den Frost nicht überstanden haben.

Anja und ihr Pferd Tarzan unterstützen uns beim Pflügen

Auch 2018 haben wir wieder auf’s Pferd gesetzt, um größere Beetabschnitte v.a. beim Gründüngungsumbruch zu schaffen.  Anja hat uns mit ihrem Tarzan gut voran gebracht. Und so konnte man im April und Mai Tom, Kai und Pauline hinter Tarzan am Pflug, Grubber und hinter der Egge sehen. Nebenher wurde die Kombination Grelinette/Gartenkralle/Egge sehr ausgiebig geschwungen.

Mulchen von Beginn an – hier auf dem Mangold

Vorteilhaft war, dass wir anders als im letzten Jahr, bereits kultivierte Beete vor uns hatten.

Den besten Eindruck machten die Beete, die mit Mulch (Erntereste, Grasschnitt) den Winter bedeckt überdauert hatten. Daraus entstand der Plan, zukünftig mehr mit dieser Form der Bodenbereitung  zu arbeiten.

Spinat – das erste auf dem Feld ausgesäte Gemüse 2018

Die ersten Kulturen waren Kohlrabi, Salat, Zwiebeln gefolgt von Erbsen, Spinat

Zum ersten Mal konnten wir auch auf eine professionelle Bewässerung zurückgreifen, was im weiteren Jahresverlauf immens wichtig wurde.

Zur Pflege haben wir in diesem Jahr verstärkt auf die Unkrautregulierung im sog. Vorauflauf gesetzt.

Das heißt, das Unkraut mit Hilfe der Bewässerung schnell aufkeimen zu lassen, um es dann thermisch (Abflammen) oder  mechanisch (z.B. mit Doppelradhacke) zu beseitigen, noch bevor die Kulturpflanzen austrieben oder gepflanzt wurden.

Mit Längs und Querreihen wurde experimentiert, genauso wie dem Häufeln von Fenchel.

nachdem das Kabel im Mai eingebuddelt war, konnten wir die Brunnenpumpe endlich in Betrieb nehmen

Neuerungen gab es auch in der  Anbauvielfalt: Neuseeländer Spinat, Gemüsemalve, Sommerportulak, Haferwurz,  Zitronengurke, Lupine, Schabzigerklee, Spargelerbse, Zuckerrübe wuchsen das erste Mal in Brandis.

Die Frühjahrspflanzung fand ihr Ende mit dem Kohl und Knollensellerie Anfang Juni, während jedoch die ersten Nachkulturen wie Kohlrübe und Aussaaten wie Schwarzer Rettich den fließenden Übergang in Herbst und Winter ankündigten.

Die Hitze beschleunigte die Abreife der Zwiebeln dermaßen,  dass wir schon ab dem 18. Juli (29. KW) mit der Zwiebelernte beginnen konnten.

 

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Vom Saatgut zur ersten Aussaat 2018

Die Gärtner haben sich im Dezember und Januar getroffen, um Saatgutinventur zu machen, die Erfahrungen der letzten Saison auszuwerten, einen neuen Anbauplan für 2018 zu entwickeln, und passende Saat- und Pflanzgutmengen festzulegen.

unser neues Saatgut ist da

Inzwischen sind einige Kilo neuen Saatguts angekommen und zusammen mit den Reserven (z.T. eigenen Saatguts) des Vorjahres liegt nun das Potential in unseren Händen, tonnenweise Gemüsevielfalt zu erschaffen.

Pauline hat auf dem Linke Hof den Anfang gemacht und für uns dort die Aussaat von Paprika, Aubergine, Chili und (versuchsweise) Blumenkohl übernommen.

Kai hat einige Frühbeetfenster abgestaubt und mit Joy begonnen Frühbeetkästen in Brandis zu bauen, um unsere Möglichkeiten zur Jungpflanzenanzucht zu erweitern.

unser Gewächshaus in Stünz nach dem Sturm „Friederike“

In Stünz ist der Sturmschaden am Gewächshaus beinahe behoben, so dass wie geplant ab Anfang März wieder junge Keimlinge das Licht der Welt dort erblicken können.

P.S.: wir sind zur Saatgut-Tauschbörse am 11.März im Haus der Demokratie dabei

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Die Erntezeit für unser Lagergemüse hat begonnen

Unser Gemüse für den Winter – eingelagert bevor der erste Frost kommt

Die Zwiebeln waren zuerst dran

Ende August war es soweit. Die Ernte des Lagergemüses konnte beginnen. Als erstes an der Reihe waren die Zwiebeln und der Knoblauch. Nach dem die Zwiebeln aus der Erde geholt wurden, brauchten wir für ein paar Tage trockenes Wetter, damit die Zwiebeln noch abtrocknen können und sich keine faulen Stellen bilden. Gar nicht so einfach bei dem wechselhaften Wetter im August.

Die Zwiebeln beim Abtrocknen

 

Letztendlich hat der späte Zeitpunkt für die Zwiebeln gut gepasst. Für den Knoblauch war es, naja, leider etwas zu spät für eine gute Ernte. Die geernteten Zwiebeln werden über den Winter in Kisten gestapelt auf einem kühlen, trockenen Dachboden gelagert.

 

die Kürbisernte – eine Herausforderung für unseren Kistenvorrat

 

Mitte September war es dann höchste Zeit für die Kürbisernte. Die Nächte erreichten teilweise schon um die 3°C, für die Lagerfähigkeit der Kürbisse ist es jedoch besser, wenn die Temperaturen nicht unter 10°C liegen. Insgesamt haben wir in diesem Jahr um die 800 kg geerntet. Da auch die Kürbisse in Kisten gelagert werden, wurde es mit Kisten schon ziemlich knapp. Gelagert werden die Kürbisse in mehreren Räumen von Vereinsmitgliedern in denen eine Temperatur zwischen 10 und 20 °C gleichbleibend vorhanden ist und im Idealfall überstehen einzelne Kürbissorten die Lagerung bis März oder April.

Kartoffelernte

Ein paar Tage nach der Kürbisernte haben wir mit der Ernte der Lagerkartoffeln begonnen. Insgesamt gab es ca. 16 Reihen à 45m, die ausgebuddelt werden sollten – in Handarbeit. Eine gute Gelegenheit für eine Gemeinschaftsaktion am Wochenende. Der größte Teil der Kartoffeln wurde dank vieler helfender Hände geerntet. Ein paar Reihen blieben am Ende trotzdem noch übrig für einen zweiten Gemeinschaftseinsatz. Die geernteten Kartoffeln sind anschließend in Kisten verstaut wurden. Gelagert wird das Ganze in einem kühlen, feuchten und dunklen Keller, der die Kartoffeln vor Austrocknung bewahrt. Die Dunkelheit im Keller verhindert, dass die Kartoffeln durch das Sonnenlicht giftiges Solanin bilden und grün werden.

Lockern und Ausbuddeln – Kartoffelernte ist Teamarbeit

Nach dem die Kartoffelernte abgeschlossen ist, geht es in den nächsten Wochen weiter mit der Ernte der verschiedenen Lagerkohlsorten und zum Abschluss kommen die diversen Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete und Sellerie in das Winterlager.

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Da ist der Wurm drin – Bodenanalyse auf unserem Feld

Am 19.05.2017 trafen sich ein paar bodeninteressierte Vegu-Mitglieder und die Boden- und Regenwurmexpertin Simone zu einem Bodenanalyse-Tag in Brandis. Das Wetter war super. Alle Regenwürmer waren aus der Winterruhe erwacht und bereit für eine kräftige Senfdusche. Denn das Ziel des Tages war, die Regenwurmfauna im Boden zu analysieren, Bodenproben zu nehmen, die anschließend im Labor auf Nährstoffe, Spurenelemente, Humusgehalt und Schwermetalle untersucht werden und ein Bodenprofil frei zu legen, um den Bodentyp festzustellen.Die Ergebnisse sollen zusammen verbunden werden, um valide Aussagen über die Bodenqualität zu machen und bodenverbessernde Maßnahmen abzuleiten.

Alle warten gespannt auf die Regenwürmer

Für die Regenwurmextraktion haben wir Senfwasser angerührt und in einem 50*50 cm Quadranten auf den freigelegten Boden gegossen. Es dauerte nicht lange und den ersten Regenwürmern wurde es durch das Senfwasser zu ungemütlich und sie kamen an die Oberfläche. Dort wurde ihnen sofort das Senfwasser abgewaschen, damit sie bei bester Gesundheit wieder in den Boden gesetzt werden konnten.

Lumbricus terrestris – Gemeiner Regenwurm

Es gab viele junge Regenwürmer, aber einen ganz großen Regenwurm haben wir auch gefunden, alle gehörten zur Art Lumbricus terrestris. Die Regenwurmdichten waren relativ gering und wir haben nur eine Art gefunden, mal gucken, ob sich das in den nächsten Jahren durch die ökologische Bewirtschaftung der Fläche verbessern wird.

 

Etwas Erde in die Tüte

Mit einem Bodenprobenbohrer haben wir vier Bodenproben genommen . Die Stellen, an denen wir die Bodenproben genommen hatten, wurden zufällig und über die gesamte Fläche verteilt ausgewählt und zu einer Mischprobe vermengt, um einen guten Überblick über die Bodenqualität der gesamten Fläche zu erhalten. Wir haben zwei verschiedene Tiefen im Boden beprobt (0 bis 10 cm und 10 bis 20 cm), um die pflanzenverfügbaren Nährstoffe in verschiedenen Wurzeltiefen zu ermitteln. Wir warten noch gespannt auf die Ergebnisse der Laboranalytik.

Unser Boden im Profil

Beim Graben des Bodenprofils bis in 70 cm Tiefe kam der ein oder die andere ganz schon ins Schwitzen, aber die Mühe hat sich gelohnt. Wir haben eine wunderschöne lösshaltige Parabraunerde vorgefunden, die eine der besten Ackerböden der Welt ist. Entlang des Profils in die Tiefe wurde der Kalkgehalt mit Salzsäure geprüft. Leider befindet sich kein Kalk im Boden, so dass zusätzlich gekalkt werden muss als Puffer gegen Bodenversauerung.

Alle Teilnehmer konnten viel lernen, denn Simone, Eva und Georgia beantworteten alle Fragen zum Thema Boden und Bodenorganismen.

 

Mit einer Kiste Bionade haben wir den schönen sommerlichen Frühlingstag ausklingen lassen. Ganz vielen Dank an alle Helfer, es hat uns sehr viel Spaß gemacht.

Bis in 4 Jahren! Dann wird erneut die Bodenqualität geprüft.

Eva & Georgia von der AG Bodenqualität

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Neuigkeiten vom Feld aus den letzten Wochen

in den letzten Wochen ist auf dem Feld auch dank Unterstützung einiger Vereinsmitglieder einiges passiert – mittlerweile kann auf den Beeten bereits das erste Gemüse geerntet werden

Ein paar Wochen sind vergangen seit den letzten Neuigkeiten von unserem Feld: Zwei Gemeinschafts-aktionen, die Bohrung für unseren Brunnen, viele fertige und viele noch nicht ganz fertige Beete und mittlerweile auch einige Gießkanneneinsätze – all das und noch einiges mehr ist in der letzten Zeit passiert.

Darüber hinaus ist auch das erste auf dem Feld ausge- säte Gemüse, der Spinat (Aussaat am 29.03.), allmählich erntereif und erste Kostproben davon werden voraussichtlich bei der nächsten Gemüseausgabe am Montag mit dabei sein, zusammen mit Salaten, Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Kräutern, Radieschen, Mangold und Rucola aus den Stünzer Gärten. Damit beginnt nun ganz offiziell die Gemüseernte auf unserem neuen Feld.

Frühkartoffeln legen, Zwiebeln hacken und Beetvorbereitung zur 2. Gemeinschaftsaktion

gemeinschaftliches Kartoffel legen für die frühe Ernte ab September

Das Kraut der Frühkartoffeln, die wir bei der Gemeinschaftsaktion am 29. April in die Erde gelegt haben, schaut aktuell bereits aus der Erde. Sieben Reihen à 32 m wurden dafür mit einem Kartoffelpflug so vorbereitet, dass die Kartoffeln möglichst tief in der Erde landen, um längere Wurzeln und schließlich mehr Kartoffelknollen zu bekommen. Da Kartoffeln gut extra Nährstoffe gebrauchen können, gab es für eine Reihe auch noch eine kleine Schaufel Komposterde dazu. Die restlichen Kartoffeln sollten es aber auch ohne Komposterde gut schaffen.

Parallel wurde an diesem Tag noch ein Teil des Zwiebelbeetes gehackt und gejätet und die Beetvorbereitung für den zweiten Brokkoli Satz wurde begonnen.

Brunnenbohrarbeiten in der ersten und zweiten Maiwoche

Am 2. Mai haben die lang erwarteten Bohrarbeiten für unseren Brunnen begonnen. Damit startet nun das erste große Infrastrukturvorhaben auf unserem neuen Feld und die Grundlage für das Bewässerungssystem der Gemüsebeete. Wie war das bisher? Auf dem früheren Feld in Leipzig-Stünz war der Gemüseanbau im Wesentlichen auf den Regen zur Bewässerung angewiesen. Bei anhaltender Trockenheit und zur Unterstützung des Anwachsens von Jungpflanzen wurden einzelne Beete relativ mühsam und zeitintensiv von Hand mit der Gießkanne gegossen.

die große Herausforderung trotz schwerer Technik – eine dicke Tonschicht und zu kurze Rohre

Unser Plan für die neue Fläche in Brandis sieht vor, durch einen Brunnen, eine durch Solarstrom betriebene Brunnenpumpe und ein Wasserrohrsystem mit Beregnungsventilen ein weitgehend automatisches Bewässern der Gemüsebeete zu ermöglichen und uns Gärtnerinnen und Gärtner von der Bewässerung mit der Gießkanne zu entlasten.

das obere Ende unseres Brunnenrohres – in den nächsten Wochen folgt noch der Ausbau der Brunnenstube, die Installation der Pumpe, die Stromversorgung und der Aufbau des Rohrsystems

Die Bohrarbeiten verliefen laut der Rückmeldung der Brunnenbaufirma nicht gerade einfach. Geplant war mit der Bohrung nicht die erste Oberflächenwasser-führende Schicht, sondern die darunter liegende wasserführende Schicht als Reservoir zu erreichen. Diese Schicht befindet sich allerdings unter einer so mächtigen Tonschicht, dass die Länge des extra für uns  angefertigten verzinkten Stahlrohrs des Brunnens nicht ausgereicht hätte. Daraufhin wurde das vorhandene Rohr durch einen Flanschaufsatz so verlängert, dass das Rohr mit Verlängerung nun bis in die zweite wasserführende Schicht reicht. Nachdem das Brunnenbauunternehmen schließlich die tatsächliche stündliche Wasserfördermenge mit einer Pumpe kontrolliert hat, steht dem weiteren Ausbau nichts im Wege. Bis die komplette Anlage fertig ist, sind nun aber noch einige Schritte notwendig: der Ausbau der Brunnenstube, die Ausstattung mit einer Pumpe und Photovoltaikanlage sowie der Aufbau der Bewässerungsrohre und -ventile. In der Zwischenzeit nutzen wir zur Bewässerung einen Hydrantenanschluss der Wasserwerke und lange Feuerwehrschläuche zum Befüllen von Wasserfässern und gießen bei Trockenheit nun vorerst doch noch mit der Gießkanne.

Brokkoli pflanzen, Kürbisse, Zucchini, Gurken und Mais stecken zur 3. Gemeinschaftsaktion

die ersten Kürbispflanzen auf dem gemeinsamen Beetblock für Kürbis, Zucchini, Gurken und Mais

Bei der Gemeinschaftsaktion am 14. Mai stand ein großes zusammenhängendes Beet mit einer Größe von etwa 500 m² im Zentrum des Geschehens. Vor allem die Kürbisse und Zucchini nehmen während ihres Wachstums eine große Fläche ein, so dass jede Pflanze etwas mehr als einen Meter Platz um sich herum bekommt. Die Freilandgurken kommen mit weniger Platz aus und können daher mit etwas weniger Abstand voneinander gepflanzt bzw. gesteckt werden. Stück für Stück wurden die Abstände für die unterschiedlichen Pflanzen auf dem großen Beet vorgezeichnet.

Treibgläser zum besseren Keimen der Gurkenkerne

Die Beetaufteilung wurde dabei so geplant, dass die Pflanzen, die als erstes geerntet werden, also Zucchini, Gurken und der Mais an den äußeren Rändern des großen Beetes stehen und die Kürbisse, die zuletzt abgeerntet werden im Inneren des Beetes stehen. Nach dem Aufteilen der Beete wurden parallel Zucchini, Kürbisse, Gurken und zum Abschluss die Maiskörner gesteckt. Zur Unterstützung der Keimung wurden über einige gesteckte Gurkenkerne noch ein Glas gestellt. Bei den sommerlichen Temperaturen an diesem Samstag sollte es aber auch ohne Treibglas gut mit der Keimung klappen. Schließlich wurden alle Löcher mit den gesteckten Kernen noch einmal kräftig gegossen, damit die Kerne trotz der aktuellen Trockenheit gut aufgehen.

Ganz nebenbei wurde auch noch ein Beet mit dem 2. Satz des Brokkoli bepflanzt und anschließend gegossen.

Das war ein kleiner Überblick über die Geschehnisse der letzten Wochen auf dem Feld. Die Unterstützung bei den Gemeinschaftsaktionen hilft uns gut dabei, den Anbauplan bestmöglich zu erreichen. Aktuell können wir auch außerhalb der Gemeinschaftsaktionen also von Montag bis Freitag eure Unterstützung bei vielen gärtnerischen Arbeiten gut gebrauchen. Wenn ihr Zeit und Lust habt, dann meldet euch am besten schon mal per E-Mail an oder nutzt unseren Feldhilfe-Doodle.

einen lieben Gärtnergruß

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frostige Temperaturen zu Ostern und danach

Der April macht, was er will. Sonne, Wind, Regen, Schnee, Graupel, Hagel – in den letzten Tagen und Wochen hat sich gezeigt, dass das Frühjahr doch abwechslungsreicher ist, als wir Gärtnerinnen und Gärtner uns das manchmal wünschen.

Chinakohl, Brokkoli, Fenchel und Mairüben sind in Brandis bereits gepflanzt – weiterhin wachsen aber auch die gesäten Möhren, Spinat, Radieschen sowie die gesteckten Zwiebeln, Knoblauchzehen und Erbsen schon gut in den Beeten vor sich hin und warten auf warme Temperaturen

Um möglichst früh mit der Ernte von frischem Gemüse für die Gemüseausgabe in dieser Saison beginnen zu können, haben wir die warmen Temperaturen im März und im April genutzt und in den Gärten und auf dem Feld bereits Möhren, Spinat, Radieschen gesät, Zwiebeln, Knoblauch und Erbsen gesteckt und im Gewächshaus und Frühbeet vorgezogene Kohlrabis, Kopfsalat, Fenchel, Mairüben, Chinakohl und Brokkoli in die Beete gepflanzt.

Kurz vor Ostern haben uns jedoch die ersten Wettervorhersagen über kühlere Temperaturen bis in den Frostbereich unter 0°C erreicht und uns alarmiert. Denn Temperaturen um den Gefrierpunkt bedeuten nicht nur ein viel langsameres Wachstum der Pflanzen, sondern können zu schweren Schäden an den jungen Blättern bis zum kompletten Erfrieren der Pflanzen führen. Auch ein ungewünscht früher Austrieb von Blüten (auch als „Schießen“ von Pflanzen bezeichnet) z.B. bei Fenchel kann als Nachwirkung von Kältestress auftreten. Kühle Temperaturen im Frühjahr haben also einen bedeutenden Einfluss auf den Zeitpunkt, die Menge und die Qualität unserer Gemüseernte.

Da wir als Gärtnerinnen und Gärtner auf das Wetter keinen merkbaren Einfluss haben, haben wir uns in den letzten Monaten zumindest einiges einfallen lassen und in die Tat umgesetzt, um unsere Pflanzen vor kühlen Temperaturen zu schützen.

mehr als 3000 Jungpflanzen in unserem Gewächshaus

Zum einen ziehen wir bereits seit Februar wärmeliebende und kälteempfindliche Pflanzen in unserem Gewächshaus und in Frühbeetkästen vor. Anfangs waren das einige Dutzend. Mittlerweile sind es schon mehr als 3000 Pflanzen, die dort dicht gedrängt und auf zwei Ebenen in Pikierpaletten und Pflanzentöpfen neben den Keimlingen in Aussaatschalen stehen. Bei sonnigem Wetter klettern die Temperaturen hier auch schnell mal auf 30°C und mehr, so dass wir die Fenster zum Abkühlen öffnen müssen, um Hitzestress zu vermeiden. Nachts wird es jedoch nicht nur draußen, sondern auch im Gewächshaus durch die dünnen Glaswände wieder kalt. Um die Nachttemperaturen für einige empfindliche Pflanzen etwas abzumildern, gibt es in einem Frühbeetkasten im Gewächshaus dauerhaft eine elektrische Heizmatte mit einem Thermostat, das die Heizmatte aktiviert, sobald im Frühbeetkasten eine Temperatur von 12°C unterschritten wird.

der Fenchel wird mit Vlies abgedeckt – vor dem Frost

Darüber hinaus haben wir in den letzten Wochen vor allem auf dem Feld in Brandis Abdeckvlies über die Beete von Spinat, Fenchel, Brokkoli, Chinakohl, Radieschen, Erbsen, Frühmöhren und Mairüben gezogen. Diese schützen die Pflanzen nachts vor Kälte bzw. Frost und halten tagsüber den kalten Wind fern und verringern dadurch Temperaturschwankungen.

Trotz dieser schon vorhandenen Kälteschutzmaßnahmen haben uns die vorhergesagten Nachttemperaturen bis -2°C für die Woche nach Ostern aber nochmal vor eine größere Herausforderung gestellt. Nach einer Krisensitzung / Dienstbesprechung am Dienstag in der beheizten Laube im Garten 39 in Stünz haben wir die bisherigen Kälteschutzmaßnahmen noch einmal erhöht. Denn bei so kalten Temperaturen besteht auch im Gewächshaus Frostgefahr. Wir haben also einen zweiten Heizer an das Thermostat angeschlossen, der das gesamte Gewächshaus mitheizt. Außerdem haben wir einige Hundert Jungpflanzen, die wir zum Abhärten bereits draußen abgestellt haben, in den Wintergarten einer Gartenlaube evakuiert und ebenfalls mit einem Heizer mit Thermostat ausgestattet. Zum Abschluss der Kälteschutzmaßnahmen nach Ostern haben wir auch die Radieschen und die Anfang April gepflanzten Kohlrabis und Salate in Stünz mit Vlies abgedeckt.

die kräftigeren Jungpflanzen im Wintergarten-Notquartier

Laut den Wettervorhersagen ist die Frostgefahr auch für die kommende Woche noch nicht ganz vorbei. So weit wir es bisher überblicken können, waren unsere Schutzmaßnahmen durchaus erfolgreich. Den Jungpflanzen im Gewächshaus, Wintergarten und Frühbeeten geht es gut. Einige Kälteschäden sind uns aber trotz Vliesabdeckung bereits an der Blattfärbung des Fenchels aufgefallen. Eventuelle weitere Schäden und Auswirkungen des kühlen Wetters werden uns erst in den nächsten Tagen und Wochen auffallen. Aber auch wenn erst einmal keine weiteren Kälteschäden sichtbar werden, sorgen die aktuell eher kühlen Temperaturen trotzdem für ein langsameres Wachstum der Pflanzen.

Ihr seht, es bleibt spannend und weiterhin etwas offen, wann uns die Ernteflut aus Brandis erreicht. Wir tun unser bestes, um trotz der nicht unüblichen Wetterschwankungen im Frühjahr eine gute Ernte für uns alle hinzukriegen und bald in den Genuss des frischen Gemüses aus Stünz und Brandis zu kommen. Um die Temperaturschwankungen noch effektiver ausgleichen zu können, könnten wir gut mehrere Gewächshäuser oder Frühbeete gebrauchen. Die werden wir dann hoffentlich in der nächsten Saison für das frühe Gemüse einsetzen können, wenn wir es schaffen, sie gemeinsam dieses Jahr aufzubauen. Aktuell müssen wir erst einmal mit dem Wetter leben und sehen, wie die Pflanzen so wachsen.

Wenn ihr auch Lust habt, zu sehen, wie es mit dem Gemüse in Stünz und Brandis voran geht, könnt ihr gern vorbeikommen und natürlich mitgärtnern. Ansonsten halten wir euch hier auf unserem Blog auch weiterhin auf dem Laufenden.

 

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Zwiebeln, Knobi und Beete zur Gemeinschaftsaktion am 1. April

Bei unserer ersten Gemeinschaftsaktion in diesem Jahr konnten wir uns über sommerliche Temperaturen freuen. Eine ideale Gelegenheit für alle Vereins-Mitglieder, Freund*innen und Interessierte der solidarischen Feldwirtschaft unser Feld kennenzulernen, miteinander zu plaudern, zu essen, die Sonne zu genießen und gemeinsam in der Erde zu wühlen.

gemeinsam in der Erde rumwühlen

Bevor wir damit angefangen haben, war aber erstmal Ankommen angesagt. Überaschenderweise hat es diesmal fast ausschließlich Frauen und Kinder auf das Feld in Brandis gelockt. Viele waren zum ersten Mal hier. Bei einem kurzen Rundgang hat Kai den „Neulingen“ den groben Aufbau des Feldes erklärt, das heißt, wo wir unsere Obstwiese und die vier Hecken angelegt haben, wo die Gemüsebeetblöcke sind und wo unser Brunnen und zwei größere Gewächshäuser geplant sind.

Aktuell liegt noch ein Stück Arbeit vor uns, bevor wir mit dem Ernten auf dem Feld loslegen können. Die ersten Erbsen sind gesteckt, Möhren und Spinat gesät. Gestern standen nun folgende Aufgaben auf dem Plan: Beete vorbereiten, Knoblauch und Zwiebeln stecken.

Beetvorbereitung – unsere derzeit größte Aufgabe

Ohne lange Pause haben sich die Ersten an die Arbeitsgeräte (Grelinette, Krail, Gartenkralle und Handegge) gewagt und mit der Vorbereitung von Beeten angefangen.

Die Beetvorbereitung ist derzeit unsere Haupttätigkeit auf dem Feld und dient in erster Linie dazu, dass die direkt gesäten oder vorgezogenen Jungpflanzen nicht mit den Bei-/Unkräutern um den Platz, Licht, Wasser und Nährstoffe auf den Beeten konkurrieren müssen und gleich gut loswachsen können.

Nachdem Kai das Beet für den Knoblauch fertig vorbereitet und die Reihen vorgezogen hat, konnte es mit dem Stecken der Knoblauchzehen losgehen. Anders als vorausgesagt, haben die Knoblauchzehen auch für das ganze Beet ausgereicht.

Am Bauwagen gab es dann erstmal eine gemütliche Pause zum Ausruhen, philosophieren und Luftschlösser bauen. Und dank der mitgebrachten Getränke, Kuchen, Suppen, Brote und Aufstriche konnten wir unsere Energie schnell wieder aufladen.

viele Hände schnelles Ende … das ist aber erst der Anfang

Als nächstes waren dann die Zwiebeln an der Reihe. Kai hat auch hier die zwei Beete vorbereitet und die Reihen zum Stecken vorgezogen. Selbst mit mehreren Leuten dauert es noch eine ganze Weile, bis die 30 bis 40 kg Steckzwiebeln in den 46 m langen Beeten gesteckt sind. Aber natürlich haben wir auch das nach einiger Zeit geschafft.

unser Feld aus der Zwiebelsicht

 

Zum Abschluss des Tages haben wir den Obstbäumen, Sträuchern und den am Vortag gesäten Möhren noch etwas Wasser gegönnt. Schließlich war es den Tag über ganz schön warm.

Mir hat es super viel Spaß gemacht mit euch. Falls ihr Lust habt, mal (wieder) auf dem Feld vorbeizukommen und vielleicht auch mitzuarbeiten, dann seid ihr herzlich willkommen.

einen lieben Gärtnergruß

noch ein Schluck Wasser nach dem warmen Frühlingstag

Veröffentlicht unter Saison 2017 | Hinterlasse einen Kommentar